Lexikon - Fachbegriffe

Aufbohrschutz = gehärtete Stifte oder Einrichtung im Zylinder, der das Aufbohren erschwert


Baukastensystem = die Zylinder sind wie in einem Baukasten und daher können die Längen auch nachträglich (vom Fachhandel) geändert werden, was sehr interessant ist bei Veränderung an der Haustür oder wenn man sich einmal vermessen hat


Blindzylinder wird benutzt um das Zylinderloch in der Haustüre ab zu dichten, d.h. lässt sich weder auf- noch zuschließen. Dient dazu, das Schlüsselloch gegen Zugluft und Manipulation zu sichern. Ist auch für Feuerschutztüren zugelassen.


Bohrmuldenschlüssel = nennt man Schlüssel, die statt Einschnitten (Kerben) Bohrungen (Löcher) aufweisen, z. Bsp. von KESO




BSZ (von beidseitig schließbare Zylinder) = wenn im Schließzylinder innen ein Schlüssel steckt, dann können Sie außen mit einem Schlüssel öffnen, trotz innen steckendem Schlüssel (siehe Not-und Gefahrenfunktion)


Elektronikzylinder, elektronischer Schließzylinder= hier kann, anders als bei konventionellen Zylindern, die Berechtigungen jederzeit geändert werden und nach Schlüsselverlust lassen sich die betroffenen Identträger leicht ausprogrammieren


Entfernungsmaß = gibt das Maß an von Mitte Türdrücker bis Mitte Rundung Schließzylinder und beträgt (in Deutschland) bei Wohnungstüren 72 mm und bei Haustüren 92 mm


Freilauf = spezielle Schließnase an einem Profilzylinder, die in speziellen Panikschlössern eingesetzt werden muss um zu gewährleisten, dass in jedem Zustand die Haustür von Innen über den Drücker / Panikstange geöffnet werden kann.


Gleichschließend = mehrere Schlösser, die mit einem Schlüssel zu schließen sind - besonders bequem bei Fenstersicherungen und bei Hangschlössern, wo Sie dann alle Schlösser mit einem Schlüssel bedienen können

Halbzylinder (HZ) = diesen Schließzylinder kann man nur von einer Seite bedienen und wird in Schlüsselschaltern und Garagentoren (Schwenktoren) benutzt



Hebelzylinder = besondere Bauform eines Schließzylinders, der besonders für Briefkästen, Spinde und Boxen eingesetzt wird - oft muss man aber hier bauseits nacharbeiten


Kernziehschutz = spezielle Sicherheitsmaßnahme, die das sog. Kernziehen des Schließzylinders erschwert. Bei dieser Einbruchsmethode wird eine selbstschneidende Schraube in den Zylinderkern eingedreht und dann versucht den Kern aus dem Gehäuse heraus zu ziehen.

Knaufzylinder (KZ) = der Schließzylinder besitzt an der Innenseite einen Drehknauf und somit kann man von innen immer auf und zu schließen, ohne einen Schlüssel zu benötigen und zusätzlich verhindert diese Option, dass man versehentlich innen den Schlüssel stecken lässt



Kurzzylinder = Schließzylinder, der weniger als 60 mm Grundlänge besitzt - Schließzylinder unter 55 mm sind aber immer sicherheitstechnisch nicht zu empfehlen, denn hier werden einfach Zuhaltungsstifte weg gelassen, was die Sicherheit extrem vermindert


Lockpicking = mit geeigneten dünnen Nadeln versucht man die Stifte des Zylinders so zu manipulieren, dass ein Öffnen auch ohne Schlüssel möglich ist


Modulsystem = die Profilzylinder sind modular aufgebaut und daher können die Längen auch nachträglich (vom Fachhandel) geändert werden, was sehr interessant ist bei Veränderung der Haustür oder wenn man sich einmal vermessen hat


Motorzylinder = sitzt an der Innenseite der Tür auf der verlängerten Welle eines Knaufzylinders und ermöglicht die Haustüre mit einem Motor zu öffnen und zu verschließen (nur das Türschloss wird angetrieben, nicht die Türe selbst)


Not- und Gefahrenfunktion = wenn im Schließzylinder innen ein Schlüssel steckt, dann können Sie außen mit einem Schlüssel öffnen, trotz innen steckendem Schlüssel (siehe BSZ und Panikfunktion)


Panikfunktion = von Innen lässt sich die Tür / das Schloss (über den Türdrücker) immer öffnen und somit ist gewährleistet, dass im Verlauf von Flucht- und Rettungswegen sich Personen auch ohne Schlüssel ins Freie gelangen können


Patentschutz = moderne Schließanlagen haben einen Patentschutz von ca. 13 Jahren - in der Zeit dürfen Schlüssel nicht ohne weiteres nachgefertigt werden


Prioritätsfunktion = wenn im Schließzylinder innen ein Schlüssel steckt, dann können Sie außen mit einem Schlüssel öffnen, trotz innen steckendem Schlüssel (siehe BSZ)

PZ = Profilzylinder - bezeichnet einen Doppelzylinder / normalen Schließzylinder, der von beiden Seiten zu schließen ist. Grundlänge ist hier 30/30 = 60 mm



Schlagtechnik = hier versucht man mit Schlüsselrohlingen mit tiefen Einschnitten den Zylinder zu überwinden - funktioniert recht gut bei kerbgeschnittenen Schlüsseln


Schließanlagen = Eine Schließanlage ist ein aus mehreren Schließzylindern bestehendes Schließsystem, wobei die einzelnen Schließzylinder in funktionalem Bezug zueinander stehen.


1. Zentralschlossanlage (siehe gleichschließend):

Mehrere verschiedene Einzelschlüssel schließen einen oder mehrere zentrale Schließzylinder (Wohnhäuser).




2. Hauptschlüsselanlage:

Ein übergeordneter Hauptschlüssel schließt alle in einer Anlage vorhandenen Schließzylinder. Jeder Zylinder besitzt jedoch eine eigene Schließung und kann somit, außer vom Hauptschlüssel, nur vom dazugehörigen Schlüssel geschlossen werden (Gewerbliche Objekte, Schulen, Hotels).




3. Generalschlüsselanlage:

Zwei oder mehrere Hauptschlüsselanlagen, dann als Gruppe bezeichnet, werden zu einer Generalschlüsselanlage zusammengefaßt. Damit schließt der Gruppenschlüssel alle verschiedenen Schließzylinder der jeweiligen Gruppe und der Generalschlüssel alle Schließzylinder der gesamten Anlage (Krankenhäuser, Flughäfen, Banken, Kraftwerke).



4. Generalhauptschlüsselanlage:

Die Generalhauptschlüsselanlage ist analog zur Generalschlüsselanlage aufgebaut. Sie bietet die Möglichkeit zwei oder mehrere Hauptgruppen von einem zusätzlichen Schlüssel (dem Hauptgruppenschlüssel) schließen zu lassen (Krankenhäuser, Flughäfen, Banken, Kraftwerke).




Schließnase = das Teil im Mittelteil des Schließzylinder, welches dann das Einsteckschloss betätigt. Bei Halbzylindern sind die Schließnasen im Regelfall 8-fach umstellbar und lassen sich so bei Schlüsselschaltern anpassen


Schlüsselanzahl = bei einfachen Profilzylindern / Halbzylinder / Knaufzylindern sind im Regelfall 3 Schlüssel dabei, bei Hebelzylindern und Vorhangschlössern im Regelfall 2 Schlüssel. Bei hochwertigen Schließsystem nennen wir immer den Grundpreis ohne Schlüssel und Sie können dann so viele Schlüssel dazu wählen, wie auch wirklich benötigt werden


Sicherheitsbeschlag = sitzt auf der Wohnungs- oder Haustür und wird durch die Tür verschraubt, außen sind keine Schrauben sichtbar und der Zylinder wird bündig abgedeckt oder verschwindet hinter einem Kernziehschutzeinsatz



Sicherungskarte = die wird zum Nachfertigen von Schlüsseln benötigt und dient als Nachweis, dass Sie der rechtmäßige Eigentümer der Sonderschließung / Schließanlage sind

SKG**/SKG*** = dies ist ein europaweit gültiger SKG-Standard, bei dem die Schließzylinder in simulierten Einbruchs- und Aufbruchssituation untersucht werden. Etabliert haben sich die beiden folgenden Klassen:

SKG** für Außentüren: Zylinder mit Bohr- und Ziehschutz von beiden Seiten.

SKG *** für Außentüren: Bohrschutz, Schlagschutz und Kernziehschutz.


Sperrelemente= der drehbare Kern des Schließzylinders wird durch Sperrelemente wie z. B. gefederte Stifte von unten und von der Seite so gesperrt, dass er nur mit dem passenden Schlüssel freigegeben werden kann. Je höher die Anzahl der Stifte und je komplexer ihre Anordnung, desto höher die Sicherheit vor unbefugtem Aufsperren und vor der unbefugten Anfertigung von Nachschlüsseln. Damit sind Schließzylinder durch »Nadel-Picking« und »Schlüsselschlagen« kaum zu knacken.


Stiftzuhaltung= Eine Stiftzuhaltung ist eine aus Kernstift, Gehäusestift und Stiftfeder bestehende Zuhaltung im Schließzylinder, die eine Drehung des Zylinderkerns nur zulässt, wenn der zum Schließzylinder passende Schlüssel eingeführt wird und dabei Kernstifte und Gehäusestifte so verschiebt, dass deren Trennungsebenen die Mantelfläche des Zylinderkerns berühren. Auf dem Schlüssel stellen sich die Pendants der Zuhaltungen im Zylinder als Schlüsseleinschnitte (Einkerbungen auf der Schmalseite) dar. Die Zahl der Zuhaltungen bedingt – neben anderen Faktoren –die Zahl der möglichen Schließvariationen


Transponder = bezeichnet einen Chip, der mit dem Schloss kommuniziert und damit die Türe öffnen kann


Undercut= der im Schlüsselprofil angebrachte Hinterschnitt (Undercut) sorgt für eine sehr komplexe Form des Schlüssels und dadurch für erhöhten Kopierschutz.


VdS = Verband der Sachversicherer in Köln - er zertifiziert Sicherheitsprodukte, Tresore und Einbruchmeldeanlagen


VdS-Klassen

H = H steht für Home; Basissicherheit für einfache Anforderungen

A = Basissicherheit gegen Einbruch

AZ = Basissicherheit gegen Einbruch, mit Ziehschutz

B = Mittlere Sicherheit gegen Einbruch

BZ = Mittlere Sicherheit gegen Einbruch, mit Kernziehschutz

B+ = Mittlere Sicherheit gegen Einbruch und hoher Widerstand gegen Aufsperrversuche mit Aufsperrwerkzeugen

BZ+ = Mittlere Sicherheit gegen Einbruch und hoher Widerstand gegen Aufsperrversuche mit Aufsperrwerkzeugen, mit Ziehschutz

C = Kombination aus mechanischem, elektronischem und biometrischem Schutz


VdS* oder Klasse H Basissicherheit für einfache Anforderungen

VdS** oder Klasse A für Basisschutz bei mittleren Anforderungen

VdS*** oder Klasse B oder C für höheren oder hohen Sicherheit bei besonderen Anforderungen; dies sind echte Sicherheits-Schließzylinder


verschiedenschließend (B) = je Schloss werden unterschiedliche Schlüssel geliefert


Wendeschlüsselsystem = hier lässt sich der Schlüssel so- und anders herum einstecken, was den Komfort stark erhöht, z.B. Abus Bravus



Z(entral)-Schließanlage = alle Schlüssel der Wohnungstüren schließen auch die Haustür / Kellertüren / Allgemeinräume (siehe gleichschließend)



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